Sonja Enz
und Julia Hochuli im Gespräch zur neuen Austellung im Stapferhaus
Der Seener Männerstamm vor dem Eingang der Stöckli AG.
Bild: zvg
Seon/Malters Der Vorstand der Seniorenvereinigung Seener-Männerstamm organisiert pro Jahr 12 Anlässe für seine derzeit fast 150 Mitglieder, die dann im Durchschnitt von 40 bis 50 Männern besucht werden. Der Seener-Männerstamm versteht sich als Plattform für die Pflege und die Erweiterung von Kontakten unter den Mitgliedern sowie für die Stärkung der Verankerung seiner Mitglieder in ihrer Wohngemeinde Seon. Ausserdem sollen die Anlässe auch Gelegenheit bieten, Neues und bisher Unbekanntes kennenzulernen.
Getreu dieser Zielsetzung fand sich der Männerstamm zu seinem Oktoberanlass – und damit gerade rechtzeitig vor der Eröffnung der Skisaison – bei der Skifabrik Stöckli in Malters ein, um an einer Führung zu erleben, wie die einzige Schweizer Skifabrik höchsten Qualitätsansprüchen gerecht wird und sich in einem stark umkämpften Markt behaupten kann. Nach dem Empfang wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen durch die Fabrikationsprozesse der zwei nahe beieinander liegenden Standorte in Malters geführt. Die interessierten Senioren erfuhren auf ihrem Rundgang viel über die Geschichte und den Aufstieg der Firma Stöckli zu einem führenden Anbieter von Skiern weltweit.
Im Jahr 1935 gründete Josef Stöckli, nachdem er zuvor in der elterlichen Zimmerei begonnen hatte, Skis für den Eigenbedarf herzustellen, die Skifirma Stöckli AG in Wolhusen. Er war von Beginn weg ein Tüftler und Erfinder und legte Wert auf höchste Qualität. So entwickelte er 1945 den ersten verleimten Holzski aus Esche und Eiche, welche zudem mit verschraubten Stahlkanten versehen waren. Er testete seine Produkte selbst und entwickelte diese stets weiter. Im Jahr 1957 begann er mit der Produktion der ersten Metall- und 1965 mit derjenigen der ersten Kunststoffskis. Nach verschiedenen regionalen Erfolgen an Skirennen wurden die Stöckli-Skis 1994 in den Swiss-Pool aufgenommen.
Seit 1986 erfolgt die Produktion in Malters und jährlich werden hier in 140 Arbeitsschritten pro Ski heute 80'000 Paar pro Jahr hergestellt. Diese Produktion bedient eigentlich zwei Märkte: Denjenigen für den Breitensport vom Anfänger bis hin zum passionierten Skifahrer und denjenigen für den Spitzenskisport, verkörpert beispielsweise durch Marco Odermatt.
Schweizer Qualität ist für die Stöckli AG nicht nur ein Lippenbekenntnis: Für die Herstellung der Skis werden nur die besten Materialien verwendet und keiner der erwähnten 140 Arbeitsschritte erfolgt ausserhalb des Werks in Malters. Für die Vorfertigung von einzelnen Komponenten werden CAD-Programme und CNC-Fräsmaschinen verwendet, aber die Zusammensetzung der einzelnen Komponenten zu einem Ski erfolgt zu einem grossen Teil in Handarbeit. Hautnah war für die Teilnehmer zudem erlebbar, wie stolz die einzelnen Mitarbeitenden auf ihre Produkte und die gelebte Schweizer Qualität in der Herstellung sind.
Nach dem Rundgang waren die Senioren des Männerstamms von der Stöckli AG zu einem Apéro eingeladen und hatten Gelegenheit, im Shop ein Souvenir zum heutigen Ausflug zu ergattern.
Die Rückfahrt nach Seon wurde in Hildisrieden für ein gemeinsames Nachtessen im Restaurant zum Roten Löwen unterbrochen. Hier nutzte der Vorstand wie üblich die Gelegenheit, um auf den nächsten Anlass hinzuweisen: Am Donnerstag, 5. November 2026, findet auf dem Homberg die alljährliche Metzgete für den Männerstamm statt, ein absoluter Höhepunkt im Jahresprogramm. Anmeldungen nimmt wie üblich der Kassier, Jürg Sterchi, telefonisch (062/775 27 07) oder per E-Mail (sterchi.juerg@outlook.com) entgegen. Ein Ausflug auf den Homberg lohnt sich für Metzgete-Liebhaber bestimmt!
MGE
Lade Fotos..