Die Augenbinde
GaukeLaien Aarau: Theaterstück über Gehorsam und die leisen Mechanismen der Macht
Mit der feierlichen Grundsteinlegung fiel am vergangenen Freitag der Startschuss für den Neubau des Obstgartens der Heilsarmee in Rombach.
Rombach/Küttigen Bei vergleichsweise üppigen fünf Grad und zügiger Bise liess der dunkelgraue Himmel über Rombach nichts Gutes verheissen. Und doch liess Petrus für die feierliche Grundsteinlegung des neuen Obstgartens, begonnen mit der Ansprache des Stiftungsratspräsidenten der Heilsarmee, Henrik Andersen, alle trocken. «Es ist eine grosse Freude und Ehre, heute hier zu sein», strahlte der dänisch-stämmige Territorialleiter der Heilsarmee. Es sei ein langer und steiniger Weg gewesen, der sich nun aber umso mehr gelohnt habe. Ein Weg, der nicht zuletzt von Institutionsleiter Danilo Plüss und dessen Team geebnet wurde. «Euer ausdauerndes Engagement macht überhaupt möglich, dass wir heute hier stehen dürfen», konstatierte Andersen.
Das ursprüngliche Obstgarten-Wohnangebot wurde 1978 von der Heilsarmee als Mieterin übernommen und zuerst als Männerheim für Alkoholkranke geführt. Es war inzwischen in die Jahre gekommen und nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Zeit, dem hohen Standard eines betreuten Wohnangebotes für Menschen mit einer Beeinträchtigung konnte nicht mehr Rechnung getragen werden.
Die Lösung bringt der «neue» Obstgarten: Insgesamt entstehen 30 Wohnstudios und vier 2,5-Zimmer-Wohnungen, insbesondere für Erwachsene mit psychischer Erkrankung oder in einer sozial schwierigen Lebenssituation. Begleitet werden die Bewohnenden durch unterschiedlich intensive Betreuungsangebote, die diverse und persönliche Entwicklungswege ermöglichen sollen. Ausserdem lädt eine öffentliche Cafeteria mit Terrasse zum Austausch und zur Begegnung im Quartier ein. Die Eröffnung des neuen Obstgartens ist für den Sommer 2027 geplant.
Strahlen kann auch Danilo Plüss, Institutionsleiter Wohn- und Werkstätte Obstgarten. «Heute geht es um einen Neubau», holte Plüss aus, «aber nicht nur»: Es gehe genauso um die Menschen, die im neuen Obstgarten leben werden, um Verantwortung und vor allem um die Frage, wie Räume geschaffen werden können, in denen Leben gelingt. Jeder Mensch habe ein Recht auf Würde, Teilhabe und auf ein Daheim, in welchem er seinen eigenen Weg in seinem Tempo gehen könne. Der neue Obstgarten soll mit seinen diversen Räumlichkeiten genau dafür Lösungen bieten. Nicht, weil «Vielfalt» sich als moderner Begriff für die Marketingbroschüre eigne, sondern weil Menschen einfach unterschiedlich seien: «Und das ist auch gut so».
Joel Dreier
Lade Fotos..