Die Augenbinde
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Andreas Schmid, Stadtammann von Lenzburg.
Bild: zvg
Im Interview blickt Andreas Schmid auf sein letztes Jahr als Lenzburgs Vizeammann und Finanzminister zurück. Zudem erklärt er, worauf er als neuer Stadtammann besonders wert legt und welche Herausforderungen er für die Stadt amHorizont sieht.
Andreas Schmid, Sie sind dieses Jahr neu Stadtammann geworden. Sind Sie gut im Amt angekommen?
Der Start ins neue Jahr ist bis jetzt gelungen. Wir durften einen sehr gut besuchten und stimmungsvollen Neujahrsempfang abhalten, den neuen Leiter Führungsunterstützung und die neue Leiterin der Abteilung Stadtplanung & Hochbau begrüssen und die erste Stadtratssitzung abhalten. Was bereits heute klar ist, die anstehenden Herausforderungen sind gross, aber wir haben ein top motiviertes und kompetentes Team Lenzburg, mit dem wir diese anpacken werden.
Worauf legen Sie als neues Stadtoberhaupt besonders wert?
Ich setze auf eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe – sei dies mit den Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, den Mitgliedern des Einwohnerrats und der Kommissionen oder unseren Partnerinnen und Partnern. Hierfür braucht es ein intaktes Vertrauensverhältnis, welches wir mit einer direkten und offenen Kommunikation weiter stärken wollen. Damit wir uns stets verbessern können, sind wir zudem auf eine konstruktiv-kritische Feedback-Kultur angewiesen.
Welches Fazit ziehen Sie aus dem Jahr 2025, Ihrem letzten Amtsjahr als Vizeammann?
Das Jahr 2025 war mein letztes Jahr als Finanzminister. Wenn die gebundenen Ausgaben – insbesondere im Pflegebereich – weiterhin derart stark ansteigen, werden wir künftig noch deutlich stärker priorisieren oder uns darüber unterhalten müssen, wie wir diese Ausgaben finanzieren wollen.
Mit dem Entscheid für einen neuen Schulstandort wurde eine wichtige Weiche gestellt. Wie geht es mit der Schulraumplanung weiter?
Die Planung für die Provisorien für Schulzimmer und Sporthallen treiben wir mit Hochdruck voran, um die Engpässe möglichst rasch beseitigen zu können. Aufgrund der Vielzahl von Abhängigkeiten bei der langfristigen Planung mit dem dritten Schulstandort werden wir dort noch etwas mehr Zeit benötigen. Die Schaffung einer guten Informations- und Diskussionsbasis ist uns bei diesem Geschäft besonders wichtig.
Wegen einer Beschwerde verzögerte sich der Baustart am Bahnhof. 2026 soll es nun aber losgehen können. Wie sieht diesbezüglich der weitere Fahrplan aus?
Bereits im Herbst 2025 begann der Umbau eines Weichenkopfes. Die Vorarbeiten am neuen Bahntechnikgebäude laufen unabhängig weiter. In diesem und nächsten Jahr wird das Gestaltungsplanverfahren für die verschiedenen Teilgebiete des Areals durchgeführt. Ab Ende 2027 startet die qualitätssichernde Planung, in der die konkreten Bauprojekte vertieft werden. Ab 2027 startet dann der Bau der Bahnanlage und Provisorien. Gemäss aktueller Planung sollte das Gesamtprojekt ca. 2030 abgeschlossen sein.
Welche Projekte werden die Stadt im neuen Jahr sonst beschäftigen?
Der Einwohnerrat wird sich mit der Zukunft des Tommasinis, diversen Unterhaltsprojekten bei den städtischen Liegenschaften und den Strassen, dem Parkierungsreglement sowie natürlich mit dem Budget 2027 beschäftigen dürfen. In der Ortsbürgergemeinde wollen wir den Strategieprozess zur Klärung von Aufgaben und Ressourcierung vorantreiben. Und ein Highlight wird sicher die Eröffnung des Neubaus des WBZ Im Sommer 2026.
Der Stadtrat präsentiert sich nach den Wahlen deutlich bürgerlicher als zuvor. Wie wird das die Lenzburger Stadtpolitik in den kommenden Jahren verändern?
Der Stadtrat verpflichtet sich wie bisher der Sachpolitik. Es geht darum, für die Stadt jeweils die beste Lösung zu finden und umzusetzen. Erfahrungshalber spielt die politische Couleur nur selten eine entscheidende Rolle. Viel wichtiger ist, dass sich die Stadtratsmitglieder engagiert einbringen und ihre Geschäfte vorantreiben – und das ist garantiert.
Kulturell wird auch 2026 wieder einiges los sein. Auf welchen Anlass freuen Sie sich besonders?
Mit meinem weiss-blauen Herz ist natürlich das Jugendfest mit Freischarenmanöver für mich das grosse Highlight in der Lenzburger Agenda 2026. Aber als Familie geniessen wir jedes Jahr das Gauklerfestival ausserordentlich. Und ein besonderer Stellenwert haben für mich auch die Lenzburgiade-Konzerte im Schlosshof an einem schönen Sommerabend.
Sie haben das letzte Wort.
Die Stadt Lenzburg wäre nicht das charmante und belebte Städtchen, wie wir es alle sehr schätzen, ohne die zahlreichen engagierten Menschen in Kultur, Sport, Gesellschaft, Bildung, Verwaltung und Politik. Herzlichen Dank für euren Einsatz!
Interview: Adrian Oberer
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